Vollzugsverordnung zur Taxordnung des Kantonsspitals Winterthur KSW
(vom 30. Dezember 2010)[1]
Die Spitaldirektion,
gestützt auf § 29 der Taxordnung über Leistungen und Gebühren des Kantonsspitals Winterthur (Taxordnung KSW) vom 25. Juni 2008[2]
A. Allgemeine Bestimmungen
Begriffe
Als stationäre Behandlung gelten Aufenthalte im KSW von mindestens 24 Stunden zur Untersuchung, Behandlung und Pflege. Aufenthalte im KSW von weniger als 24 Stunden, bei denen während einer Nacht ein Bett belegt wird, sowie Aufenthalte im KSW bei Überweisung in ein anderes Spital und bei Todesfällen gelten ebenfalls als stationäre Behandlung.
Alle übrigen Behandlungen gelten als ambulante Behandlungen.
Sonderleistungen
Weitere Leistungen gemäss § 17 der Taxordnung KSW werden wie folgt verrechnet:
| 1. Prothesen, soweit es sich nicht um Implantate handelt, Materialien und andere Instrumente oder Gegenstände, die dem Patienten mit - gegeben werden | Einstandspreis, zuzüglich Bewirtschaftungs- zuschlag von bis zu 20%, soweit nicht bereits durch die Grundtaxe bzw. die Entschädigung für die Basisleistung abgegolten |
| 2. Bei Spitalaustritt mitgegebene Arzneimittel sowie von der Patientin oder vom Patienten gewünschte Arzneimittel, die nicht im Zusam - menhang mit der Spitalbehandlung stehen 3. Fremdtransport | Publikumspreis oder Einstandspreis, zuzüglich 20%, oder Herstellungs - kosten, zuzüglich 20% Rechnungsbetrag |
| 4. Transport und Transportbegleitung, soweit nicht bereits durch die Grundtaxe bzw. die Entschädigung für die Basisleistung abgegolten | Fr. 60 bis Fr. 120 pro Stunde, zuzüglich Sachkosten |
| 5. Versäumte, unentschuldigte Konsultationen | Fr. 60 bis Fr. 120, zuzüglich Kosten von Substanzen, die nicht wieder verwendet werden können |
| 6. Blutalkoholuntersuchungen 08.00–18.00 Uhr | Fr. 120 |
| 18.00–08.00 Uhr | Fr. 240 |
| 7. Zeugnisse zuhanden des Arbeitgebers | Fr. 15 bis Fr. 80 |
| 8. Übrige Zeugnisse und Gutachten, soweit nicht in der Pauschale enthalten | nach Tarmed oder den vereinbarten/ empfohlenen Ansätzen |
| 9. Persönliche Sonderleistungen wie a. Kosten für Telekommunikationsdienst - leistungen, wie Telefon/Internet | Swisscom-Tarif zuzüglich Fr. 0.40 bis Gespräch zu Fr. 1; zuzüglich 40% ab Gespräch von Fr. 1; zuzüglich Fr. 25 ab Gespräch von Fr. 60 |
| b. Notebookmiete | Fr. 20 pro Tag |
| c. Kopfhörer Dialysestation | Fr. 11.20 pro Stück |
| d. Kopfhörer e. Todesfallkosten f. Reparaturen von persönlichen Gegenständen, Kleiderunterhalt usw. | Fr. 3.05 pro Stück nach Aufwand Fr. 60 bis Fr. 120 pro Stunde, zuzüglich Sachkosten |
| g. Reinigung der persönlichen Wäsche h. Leistungen der Verwaltung und des Sozial - dienstes wie Abklärung der Garantie - verhältnisse, Ermitteln von Nach- betreuungsplätzen usw. | nach Aufwand Fr. 60 bis Fr. 120 pro Stunde, zuzüglich Sachkosten |
| i. Instandstellung von Einrichtungen, welche die Patientin oder der Patient beschädigt hat | Fr. 60 bis Fr. 120 pro Stunde, zuzüglich Sachkosten |
| j. Begleitung der Patientin oder des Patienten an den Wohnort, zu Ämtern oder dergleichen | Fr. 60 bis Fr. 120 pro Stunde |
k.Auf Wunsch der Patientin bzw. des Patienten, Fremdrechnungsbetrag von Angehörigen oder der gesetzlichen Vertretung zugezogene externe Ärztinnen und Ärzte
l.Übersetzungen, Dolmetscherleistungen Fr. 60 bis Fr. 120 pro Stunde, zuzüglich Sachkosten
m.Sonstige Leistungen nach Aufwand
10.
a.Geburtsvorbereitung Grundkurs Fr. 340 pro Kurs
b.Geburtsvorbereitung Aufbaukurs Fr. 250 pro Kurs
c.Geburtsvorbereitung im Wasser für Paare Fr. 450 pro Paar
d.Wochenendkurs für Paare Fr. 460 pro Paar inklusive Mittagessen im Personalrestaurant
e.Rückbildungsgymnastik Fr. 140 pro Kurs
f.Babymassage Fr. 180 pro Kurs inkl. Massagebuch und Massageöl
11.Alle weiteren Leistungen, für die keine Tarif- Fr. 60 bis Fr. 500 positionen in einem Tarifregelwerk vorhanden pro Stunde, zuzüglich sind Sachkosten
12.Übernachtungen/Verpflegung/Pflege für Begleitpersonen:
a.Übernachtung mit Bettenbenützung Fr. 25 pro Nacht im Patientenzimmer
b.Übernachtung eines Begleitkindes (Säugling) Fr. 20 pro Nacht mit Betreuung durch Mutter
c.Übernachtung eines Begleitkindes Fr. 85 pro Nacht oder mit Betreuung/Pflege Fr. 270 pro Tag
d.Familienzimmer garni:
– Erwachsene Fr. 100 pro Person und Tag
e.Familienzimmer Halbpension:
– Erwachsene Fr. 120 pro Person und Tag
f.Familienzimmer Vollpension: – Erwachsene Fr. 135 pro Person und Tag
g.Frühstück für Begleitperson Fr. 10
h.Mittagessen für Begleitperson Fr. 20
i.Abendessen für Begleitperson Fr. 15
Schulunterricht
Der Schulunterricht wird den Schulgemeinden zu den Ansätzen der Bildungsdirektion verrechnet.
Kleinbeiträge
Im Rechnungsverkehr zwischen Zahlungspflichtigen und dem KSW können Saldobeträge bis zu Fr. 20 ausgebucht werden. Beträge zugunsten des Zahlungspflichtigen können bei der Verwaltung des KSW abgeholt werden.
Ablehnung von Patientinnen und Patienten
Schuldet eine Person dem KSW Taxen, wird sie nur dann aufgenommen, wenn sie den mutmasslichen Rechnungsbetrag für ihre Behandlung sicherstellt. Die Aufnahme in Notfällen bleibt vorbehalten.
Weitere Leistungen
Die Taxen für weitere Leistungen nach § 9 der Taxordnung KSW werden direkt mit der Patientin oder dem Patienten nach § 15 der Taxordnung KSW vereinbart.
Wird eine Leistung in Kombination mit einer Pflichtleistung nach den Standards der obligatorischen Krankenpflegeversicherung erbracht, kann das KSW die Pauschalen angemessen ermässigen. Die Ermässigung ist so anzusetzen, dass mindestens die Vollkosten gedeckt sind.
B. Ambulante Behandlungen
Ambulant Basis
Das KSW verrechnet Leistungen der Kategorie ambulant Basis nach § 10 der Taxordnung KSW.
Ambulant Privat
Für Leistungen der Kategorie ambulant Privat gemäss § 11 der Taxordnung KSW erhebt das KSW folgende prozentuale Zuschläge zu den Taxen gemäss § 10 der Taxordnung KSW:
a.für zürcherische Patientinnen und Patienten 20%
b.für schweizerische Patientinnen und Patienten 40%
c.für ausländische Patientinnen und Patienten 80%
Die Rechnungsstellung für ärztliche Zusatzhonorare nach § 16 der Taxordnung KSW bleibt vorbehalten.
C. Stationäre Behandlungen
Taxarten stationäre Behandlungen
Das KSW erhebt für stationäre Patientinnen und Patienten in der Regel:
a.Grundtaxen (§ 13 Taxordnung KSW),
b.Zusatztaxen (§ 14 Taxordnung KSW),
c.Ärztliche Zusatzhonorare (§ 16 Taxordnung KSW).
1. Grundtaxe stationär
Elemente der Grundtaxe
Die Grundtaxe nach § 13 der Taxordnung KSW setzt sich zusammen aus
a.Teilpauschale mit Fallbezug nach § 11 dieser Verordnung,
b.Teilpauschale mit Tagesbezug nach § 12 dieser Verordnung,
c.Zuschlag für Intensivpflegestation nach § 13 dieser Verordnung,
d.Implantatspauschale nach § 14 dieser Verordnung,
e.Arzneimittel, Röntgenkontrastmittel und Radionuklide, massgebend ist der Publikumspreis.
Teilpauschale mit Fallbezug
Teilpauschale mit Tagesbezug
Die Teilpauschale mit Fallbezug beträgt (in Fr. pro Fall):
Zürcherische
Schweizerische
Ausländische
Patientinnen
Patientinnen
Patientinnen und und und
Patienten
Patienten
Patienten
| Medizin | 3 480 | 3 759 | 3 963 |
|---|---|---|---|
| Chirurgie | 5 136 | 5 634 | 6 000 |
| Frauenklinik | 4 019 | 4 391 | 4 664 |
| Kinderklinik | 3 215 | 3 549 | 3 793 |
| § 12.Die Teilpauschale mit Tagesbezug beträgt Zürcherische Patientinnen und Patienten | Schweizerische Patientinnen und Patienten | (in Fr. pro Tag): Ausländische Patientinnen und Patienten | |
| Medizin | 478 | 528 | 565 |
| Chirurgie | 428 | 466 | 494 |
| Frauenklinik | 472 | 515 | 546 |
| Kinderklinik | 496 | 539 | 570 |
Zuschlag Intensivpflegestation
Implantatspauschalen
Für Aufenthalte auf der Intensivpflegestation wird folgender Zuschlag erhoben (in Fr. pro Tag):2 Für Implantate, die keiner Pauschale nach Abs. 1 zugehören, jedoch einem der in Abs. 1 aufgeführten Implantate in Art oder Verwendungszweck entsprechen, kann das KSW eine Pauschale festlegen. Die Pauschale wird so angesetzt, dass sie in angemessenem Verhältnis zu der entsprechenden Implantatspauschale nach Abs. 1 steht und mindestens die Vollkosten deckt.
| a. | Zürcherische Patientinnen und Patienten | 2 570 |
| b. | Schweizerische Patientinnen und Patienten | 2 810 |
| c. | Ausländische Patientinnen und Patienten | 2 986 |
| § 14.1 Für Implantate werden folgende Pauschalen erhoben (in Fr.): | ||
| Nr. | Bezeichnung | Pauschale |
| 1 | Implantierbare Cardioverter-Defibrillatoren (ICD) einschliesslich Elektroden | 56 700 |
| 2a | Herzschrittmacher (1 Kammer) einschliesslich Elektrode | 11 470 |
| 2b | Herzschrittmacher (ab 2 Kammern) einschliesslich Elektrode | 14 210 |
| 3a | Herzklappe/Ventrikelseptumdefekt | 5 790 |
| 3b | System zum transluminalen Verschluss von Herzdefekten/ Vorhofseptumdefekt (einschliesslich Einführungs - katheter) | 6 950 |
| 4 | Katarakt (Linse) IOL | 370 |
| 5a | Hüftgelenk, einseitig, vollständig | 4 420 |
| 5b | Hüftgelenk, einseitig, partiell | 2 210 |
| 6 | Kniegelenk | 6 310 |
| 7a | Schultergelenk total | 5 790 |
| 7b | Schultergelenk partiell | 3 370 |
| 8a | Gefässprothese, pro Stück | 2 000 |
| 8b | Unbeschichteter Stent, pro Stück | 1 580 |
| 8c | Beschichteter Stent, pro Stück | 2 630 |
| 8d | Aortenstent alle nichtthorakalen Typen, pro Stück | 5 160 |
| 8e | Aortenstent, thorakal, pro Stück/ Transkatheterklappen, pro Stück | 15 570 |
| 8f | Aortenklappenstent, pro Stück | 26 300 |
| 8g | Transkatheter Pulmonalisklappe | 45 240 |
| 9 | Gammanagel/Trochanternagel (Femur) | 1 260 |
| 10a | Wirbelsäulenfixateur für erstes Segment | 5 370 |
| 10b | Wirbelsäulenfixateur für jedes weitere Segment | 2 630 |
| 10c | Intervertebralcage, pro Cage | 1 520 |
| 10d | HWS-Plattenosteosynthese | 630 |
| 11 | Wirbelkörperersatz | 3 680 |
| 12 | Gastric Banding (Magenband bei Übergewicht) | 2 630 |
| Nr. | Bezeichnung | Pauschale |
|---|---|---|
| 13 | Schmerzpumpe | 12 730 |
| 14 | Neuroschrittmacher/Elektrode | 15 780 |
| 15 | Gehörimplantat einschliesslich Zubehör | 29 460 |
| 16 | Speechprozessor zu Gehörimplantat einschliesslich Zubehör | 10 730 |
| 17 | Blase/Pumpe | 13 680 |
| 18a | Künstliche Haut (Sheet 20×25 cm) | 6 050 |
| 18b | Künstliche Haut (10×15 cm) | 3 470 |
| 18c | Künstliche Haut (10×12,5 cm) | 2 420 |
| 19 | Seedketten für Brachytherapie | 10 010 |
| 20 | Nervus Okzipitalis Stimulator | 42 080 |
| 21 | Mitralklappen Clip | 38 930 |
| 22 | Stammhirnstimulator für tiefe Hirnstimulation | 52 600 |
| System zur robotisch assistierten Operation | 3 470 |
2. Zusatztaxe stationär
Elemente der Zusatztaxe
Zusatztaxe
Die Zusatztaxe nach § 14 der Taxordnung KSW setzt sich zusammen aus
a.Teilpauschale mit Fallbezug nach § 16 dieser Verordnung,
b.§ 16 dieser Verordnung. Teilpauschale mit Tagesbezug nach § 16. Die Zusatztaxen betragen (in Fr. pro Fall bzw. pro Tag): Zürcherische Schweizerische Ausländische Patientinnen Patientinnen Patientinnen und und und Patienten Patienten Patienten
| Teilpauschale mit Fallbezug: |
|---|
| Halbprivatabteilung1 3561 3561 492 |
| Privatabteilung2 3532 3532 588 |
| Teilpauschale mit Tagesbezug: |
| Halbprivatabteilung235235258 |
| Privatabteilung474474521 |
3. Bestimmungen stationär
Zusätzliche verrechenbare Grundleistungen
Besondere diagnostische oder therapeutische Leistungen, die im Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Sinne von Art. 49 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung[3] nicht in den allgemeinen Pauschalen enthalten sind (z.B. Transplantationen, Dialysen usw.), werden gesondert in Rechnung gestellt.
Interne Verlegung
Pauschalen mit Fallbezug werden pro Spitalaufenthalt einer Patientin oder eines Patienten nur einmal erhoben. Bei internen Verlegungen von Patientinnen und Patienten ist die Pauschale mit Fallbezug von derjenigen Fachabteilung zu verrechnen, auf der die Patientin oder der Patient am längsten liegt. Bei gleicher Aufenthaltsdauer kommt die höhere fallbezogene Pauschale zur Anwendung.
Die tagesbezogenen Pauschalen werden nach den Ansätzen der jeweiligen Fachabteilung verrechnet. Am Verlegungstag wird der Ansatz der Abteilung mit der höheren Pauschale angewendet.
Externe Verlegung
Erfolgt eine Verlegung in ein anderes Spital zwecks stationären Aufenthalts, stellt das KSW volle Teilpauschalen mit Fall- und Tagesbezug nach §§ 11–16 dieser Verordnung in Rechnung. Bei einer Rückverlegung im Anschluss an einen stationären Aufenthalt im Zweitspital wird keine zusätzliche Teilpauschale mit Fallbezug in Rechnung gestellt.
Erfolgt eine Verlegung in ein anderes Spital nach einem Aufenthalt von weniger als 24 Stunden und ohne Bettenbelegung über Mitternacht, wird im KSW die Teilpauschale mit Fallbezug nach § 11 dieser Verordnung nur zu 50% verrechnet. Erfolgt im Anschluss an die Verlegung eine Rückverlegung ins KSW, gilt für Verlegung und Rückverlegung Abs. 1.
Abs. 1 und 2 gelten sinngemäss auch für Verlegungen zum bzw. Rückverlegung vom Drittspital.
D. Schlussbestimmungen
[1] OS 66, 255; Begründung siehe ABl 2011, 496.
[2] LS 813. 165.
[3] SR 832. 10.