Verordnung über Bewirtschaftungsbeiträge für Naturschutzleistungen (VBN)[4]
Der Regierungsrat beschliesst:
Gegenstand
Diese Verordnung regelt:
a.die Zuständigkeit für die Festlegung der kantonalen Anforderungen an die botanische Qualität und die Vernetzung gemäss Verordnung vom 23. Oktober 2013 über die Direktzahlungen an die Landwirtschaft (Direktzahlungsverordnung, DZV) ,
b.die Ausrichtung von Beiträgen für die Bewirtschaftung von Naturschutzobjekten mit überkommunaler Bedeutung und von ökologischen Ausgleichsflächen.
Zuständigkeit
Das Amt für Landschaft und Natur (ALN) legt die kantonalen Anforderungen an die Qualitätsstufe II (QII) und die Vernetzung von Biodiversitätsförderflächen fest.
Naturschutzgebiete
a. Voraussetzungen
Das ALN richtet Beiträge für die Bewirtschaftung von Naturschutzgebieten von überkommunaler Bedeutung aus.
Die Beiträge für Naturschutz- und Regenerationszonen werden ausgerichtet, wenn
a.der Einsatz von Maschinen nicht zu Land- oder Werkschäden führt,
b.die Flächen gemäss Pflegeplan gepflegt werden und insbesondere die vorgeschriebene Anzahl Nutzungen durchgeführt wird,
c.in der Regel 5–10% jeder Fläche pro Schnitt als Nutzungsbrache stehen bleiben,
d.beim ersten Schnitt das Schnittgut auf der Fläche getrocknet wird, wobei bei Streue- und Regenerationsflächen Ausnahmen zulässig sind,
e.das Schnittgut in der Regel innert zweier Wochen sauber zusammengenommen und abgeführt wird,
f.die Flächen von Hand oder mit Messerbalken gemäht werden,
g.keine Laubbläser verwendet werden,
h.der übliche landwirtschaftliche Unterhalt vorgenommen wird.
Die Beiträge werden nur in dem Jahr ausbezahlt, in dem die geforderte Leistung erbracht wird.
b. Beitragshöhe
Die Höhe der Beiträge berechnet sich nach dem Anhang.
Die Entschädigung für den Ertragsausfall ist auf 20 Jahre befristet.
c. Sonderfälle
Die Beiträge gemäss § 4 können erhöht werden, wenn
a.die Unterschutzstellung Umstellungen in der Betriebsstruktur zur Folge hat, die zu wesentlichen Mehraufwendungen oder finanziellen Einbussen führen,
b.die Bewirtschafterin oder der Bewirtschafter nachweist, dass die Bewirtschaftung aller Naturschutzflächen des Betriebes nicht kostendeckend erfolgen kann.
Obstgärten
a. Voraussetzungen
Das ALN kann für Obstgärten von überkommunaler Bedeutung Beiträge ausrichten, wenn
a.die Voraussetzungen nach Art. 58, 59 und Anhang 4 Ziff. 12 DZV eingehalten werden,
b.die Bäume während der Vertragsdauer erhalten, ersetzt und gepflegt werden,
c.eine jährliche Feuerbrandkontrolle durchgeführt wird,
d.die Pflegerichtlinien des ALN eingehalten werden.
Grössere Neupflanzungen sind nur mit Zustimmung des ALN beitragsberechtigt.
b. Beitragshöhe
Die Beiträge für Obstgärten richten sich nach der Direktzahlungsverordnung.
Zusätzlich zu diesem Beitrag kann Fr. 10 pro Baum ausgerichtet werden, für Obstgärten
a.mit mehr als 150 Bäumen in der Ackerbauzone und der erweiterten Übergangszone,
b.mit mehr als 300 Bäumen in den übrigen landwirtschaftlichen Zonen.
Besondere Biotoptypen und Arten
Das ALN kann für die Förderung von besonderen Biotoptypen und Arten mit hohem Naturschutzwert einen zusätzlichen Beitrag ausrichten. Dieser kann auch für Biotoptypen und Arten ausserhalb der landwirtschaftlichen Nutzfläche geleistet werden.
Vereinbarung
Das ALN schliesst mit der Bewirtschafterin oder dem Bewirtschafter eine schriftliche Vereinbarung über die Beiträge nach §§ 6 und 8 ab.
Die Vereinbarung kann weitere Auflagen über die Bewirtschaftung enthalten.
Beitragsempfänger
Die Beiträge werden der Bewirtschafterin oder dem Bewirtschafter ausgerichtet.
Die Bewirtschafterin oder der Bewirtschafter einigt sich vor Vertragsabschluss mit der Eigentümerin oder dem Eigentümer über die beitragsauslösende Bewirtschaftung.
Vertragsauflösung, Beitragskürzung
Das ALN kann bei rechts- oder vereinbarungswidriger Bewirtschaftung den Vertrag vorzeitig auflösen und die Beiträge sinngemäss nach Art. 105 DZV[3] kürzen oder verweigern.
Übergangsbestimmung zur Änderung vom 3. Juli 2024
(OS 79, 349)
Der Anspruch auf Ausrichtung der geänderten Beiträge für die Bewirtschaftung von Naturschutzflächen besteht für die ab dem 1. Januar 2024 erbrachten Leistungen.1 Der Zuschlag (Z) beträgt:[4]
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Anhänge
Anhang: Berechnung der Beitragshöhe gemäss § 4
| Natur - schutz- zone | Nutzung bisher | Nutzung neu | Beitrag/Are |
|---|---|---|---|
| I | extensiv | extensiv Wiese | QI + QII + Z1 + VZ2 |
| I | extensiv | Streu | QI + QII + Z1 + VZ2 |
| I | extensiv | extensiv Weide | QI + QII + Z1 + VZ2 |
| I | extensiv | extensiv Weide mit | |
| Ausnahmebewilligung | QI + Z1 | ||
| IR | intensiv | extensiv Wiese/Streu | QI + QII + Z1 + VZ2 + Fr. 203 |
| IR | mittel intensiv | extensiv Wiese/Streu | QI + QII + Z1 + VZ2 + Fr. 153 |
| IR | wenig intensiv | extensiv Wiese/Streu | QI + QII + Z1 + VZ2 + Fr. 53 |
| IIA | intensiv | extensiv Wiese | QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 203 |
| IIA | mittel intensiv | extensiv Wiese | QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 153 |
| IIA | wenig intensiv | extensiv Wiese | QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 53 |
| IIB | intensiv | Dauerwiese | Fr. 103 |
| IIB | mittel intensiv | Dauerwiese | Fr. 53 |
| IIB | wenig intensiv | Dauerwiese | Fr. 0 |
| IIC | intensiv | Dauerwiese | Fr. 103 |
| IIC | mittel intensiv | Dauerwiese | Fr. 0 |
| IIC | wenig intensiv | Dauerwiese | Fr. 0 |
| IID | intensiv | extensiv Wiese | QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 203 |
| IID | mittel intensiv | extensiv Wiese | QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 153 |
| IID | wenig intensiv | extensiv Wiese | QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 53 |
| IID | intensiv | extensiv Weide | QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 203 |
| IID | mittel intensiv | extensiv Weide | QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 153 |
| IID | wenig intensiv | extensiv Weide | QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 53 |
| IID | intensiv | wenig intensiv Wiese | QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 203 |
| IID | mittel intensiv | wenig intensiv Wiese | QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 153 |
| IID | wenig intensiv | wenig intensiv Wiese | QI + QII4 + Z1 + VZ2 + Fr. 53 |
– für extensiv genutzte Wiesen in der Tal- und Hügelzone Fr. 5/Are,
– für extensiv genutzte Wiesen in der Bergzone I und II Fr. 4/Are,
– für extensiv genutzte Weiden und wenig intensiv genutzte Wiesen und Uferwiesen Fr. 4.50/Are,
– in den übrigen Fällen Fr. 2/Are. 2 Der Vernetzungszuschlag (VZ) wird nur an Direktzahlungsberechtigte ausgerichtet. Er wird nur ausgerichtet, wenn der Schutz der überkommunalen Naturschutzgebiete, einschliesslich Pufferzonen, auf der Betriebsfläche umgesetzt ist. In der Zone I und IR wird der VZ auch ausserhalb von Vernetzungsprojekten ausgerichtet.3 Ertragsausfallanteil.4 Wenn die Anforderungen gemäss DZV erfüllt sind.
[1] OS 70, 152; Begründung siehe ABl 2014-05-23.
[2] Inkrafttreten: 1. Januar 2014 (ABl 2015-05-29).
[3] SR 910. 13.
[4] Fassung gemäss RRB vom 3. Juli 2024 (OS 79, 349; ABl 2024-07-19). In Kraft seit 1. Oktober 2024.