Verordnung über Bewirtschaftungsbeiträge für Naturschutzleistungen
(vom 3. April 2002)[1]
Der Regierungsrat beschliesst:
I. Gegenstand
Diese Verordnung regelt die Zuständigkeit für die Festlegung der kantonalen Anforderungen an die biologische Qualität und die Vernetzung gemäss Öko-Qualitätsverordnung des Bundes (ÖQV)[3].[5]
Sie regelt die Ausrichtung staatlicher Beiträge für die Bewirtschaftung von Naturschutzobjekten mit überkommunaler Bedeutung und von ökologischen Ausgleichsflächen.
II. Zuständigkeit[5]
Kantonale Anforderungen gemäss ÖQV
Das Amt für Landschaft und Natur legt im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Landwirtschaft die kantonalen Anforderungen an die biologische Qualität und die Vernetzung von ökologischen Ausgleichsflächen fest.
Öko-Qualitätsbeiträge
Das Amt für Landschaft und Natur legt die Höhe der Öko-Qualitätsbeiträge fest.
III. Kantonale Bewirtschaftungsbeiträge
Naturschutzgebiete
a. Beitragshöhe
Für die Bewirtschaftung von Naturschutzgebieten von überkommunaler Bedeutung richtet der Kanton folgende Beiträge aus:1 Zuschlag für biologische Qualität.2
| Zone | Nr. | Nutzung bisher | Nutzung neu | Fr./Are |
|---|---|---|---|---|
| Naturschutzzone I | 01 | Streu-/Magerwiese | Streu-/Magerwiese | 191/2/3 |
| 02 | Weide ungedüngt | Weide ungedüngt | 61/2 | |
| Regenerationszone IR | 11 | Ackerbau | Streu-/Magerwiese | 451/2 |
| 12 | Dauerwiese | Streu-/Magerwiese | 351/2 | |
| 13 | Weide gedüngt | Streu-/Magerwiese | 251/2 | |
| 14 | Weide ungedüngt | Streu-/Magerwiese | 191/2 | |
| 15 | Ackerbau | artenreiche Weide | 251/2 | |
| 16 | Dauerwiese | artenreiche Weide | 201/2 | |
| 17 | Weide gedüngt | artenreiche Weide | 141/2 | |
| Umgebungszone II A | 21 | Ackerbau | ungedüngte Wiese | 321/2/5 |
| 22 | Dauerwiese | ungedüngte Wiese | 221/2/5 | |
| 23 | Weide gedüngt | ungedüngte Wiese | 151/2/5 | |
| Umgebungszone II B | 31 | Ackerbau | Wiese/Weide | 10 |
| 32 | Dauerwiese | Wiese/Weide | 5 | |
| 33Weide | Wiese/Weide | 0 | ||
| Umgebungszone II C | 41 | Ackerbau | Wiese/Weide | 10 |
| 42 | Dauerwiese | Wiese/Weide | 0 | |
| 43Weide | Wiese/Weide | 0 | ||
| Umgebungszone II D | 51 | Ackerbau | Wiese/Weide | 174 |
| 52 | Dauerwiese | Wiese/Weide | 7 4 | |
| 53 | Weide | Wiese/Weide | 0 4 | |
| 54 | Ackerbau | wenig intensive Wiese | 251/2 | |
| 55 | Dauerwiese | wenig intensive Wiese | 151/2 | |
| 56 | Weide | wenig intensive Wiese | 81/2 | |
| 57 | Ackerbau | Weide ungedüngt | 251/2 | |
| 58 | Dauerwiese | Weide ungedüngt | 151/2 | |
| 59 | Weide | Weide ungedüngt | 81/2 |
Vernetzungszuschläge.3
Zuschlag bei erschwerten Bewirtschaftungsbedingungen.4
Zuschlag: Fr.
5, wenn höchstens 30 kg/ha verfügbarer Stickstoff pro Jahr ausgebracht wird.5
Abzug: Fr. 7 bei Beweidung.
b. Voraussetzungen
Die Beiträge für die Naturschutzzone I und die Regenerationszone IR werden unter folgenden Voraussetzungen ausgerichtet:
a.Die Naturschutzflächen werden gemäss Pflegeplan nachhaltig gepflegt.
b.Entwässerungsgräben werden gemäss Pflegeplan ausgemäht.
c.5–10% der Fläche werden als einjährige Nutzungsbrache stehen gelassen.
c. Sonderfälle
Hat eine Unterschutzstellung Umstellungen in der Betriebsstruktur zur Folge, die zu wesentlichen Mehraufwendungen oder finanziellen Einbussen führen, können Beiträge ausgerichtet werden, die von den vorstehenden Bestimmungen abweichen.
d. Befristung
Die Beiträge für die Regenerationszone IR und die Umgebungszonen II sind auf 20 Jahre befristet.
Ökologische Ausgleichsflächen
a. Beitragsberechtigte Flächen
Beiträge können ausgerichtet werden für ökologische Ausgleichsflächen gemäss Art. 44 ff. DZV[2]
a.in Moorlandschaften von nationaler Bedeutung,
b.in Gebieten gemäss Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN),
c.in kantonalen Landschaftsschutzgebieten,
d.in kantonalen Artenhilfsprogrammen.
b. Beitragshöhe
Die Beitragshöhe beträgt:1 Zuschlag für biologische Qualität.[5]2
| Nutzung bisher | Nutzung neu / Auflagen | Fr./Are |
|---|---|---|
| Ackerland | Extensiv genutzte Wiese | 201/2 |
| Magerwiesen und nährstoffarme Fromentalwiesen | Extensiv genutzte Wiese: – keine Herbstweide – differenzierter Schnittzeitpunkt | 151/2 |
| Wiesland mit Rückführungspotenzial | Extensiv genutzte Wiese: – keine Herbstweide – differenzierter Schnittzeitpunkt | 101/2 |
| Weide ungedüngt | Extensiv genutzte Weide | 42 |
| Ackerland | Buntbrache: – wenn möglich 6 Jahre am gleichen Ort – Breite: 5–10 m, Fläche: höchstens 0,5 ha – nicht direkt an Weg anstossend | 352 |
| Ackerland | Hecken, Feld-, Ufergehölz einschl. Krautsaum | 451/2 |
| Wiesland | Hecken, Feld-, Ufergehölz einschl. Krautsaum | 351/2 |
| Übrige Flächen | Hecken, Feld-, Ufergehölz einschl. Krautsaum | 201/2 |
| Ackerland | Rotationsbrachen | 252 |
| Ackerland | Ackerschonstreifen | 152 |
| Standortgerechte Einzelbäume und Alleen | Standortgerechte Einzelbäume und Alleen | 0 2 |
Vernetzungszuschlag.[5]
c. Vereinbarung
Die Beiträge werden auf Grund einer schriftlichen Vereinbarung zwischen der Bewirtschafterin oder dem Bewirtschafter und dem Amt für Landschaft und Natur ausgerichtet.
Die Vereinbarung kann weitere Auflagen über die Bewirtschaftung enthalten.
Obstgärten
a. Voraussetzungen
Für Obstgärten von überkommunaler Bedeutung können unter folgenden Voraussetzungen Beiträge ausgerichtet werden:
a.Einhaltung der Voraussetzungen nach Art. 54 Abs. 1–3 DZV ,
b.Erhaltung, Ersatz und Pflege der Bäume während der Vertragsdauer,
c.Erhaltung des bestehenden Totholzes,
d.Verpflichtung zur jährlichen Feuerbrandkontrolle sowie
e.Einhaltung der Pflegerichtlinien der Baudirektion .
b. Beitragshöhe
Die Beitragshöhe beträgt:1 Zuschlag für biologische Qualität.[5]2
| Fr./Baum |
|---|
| Für Obstgärten mit mehr als 150 Bäumen in der Ackerbauzone und der erweiterten Übergangszone oder Obstgärten mit mehr als 300 Bäumen in den übrigen landwirtschaftlichen Zonen351/2/3 |
| Für Obstgärten von überkommunaler Bedeutung (mehr als 80 Bäume) oder in einem BLN-Objekt, einer Moorlandschaft von nationaler Bedeutung oder in einem kantonalen Landschaftsschutzgebiet liegend151/2/3 |
Vernetzungszuschlag.[5]3
Zuschlag: Fr. 5/Baum, wenn keine Pflanzenschutzmittel verwendet werden.
c. Vereinbarung
Die Beiträge werden auf Grund einer schriftlichen Vereinbarung zwischen der Bewirtschafterin oder dem Bewirtschafter und dem Amt für Landschaft und Natur ausgerichtet.
Die Vereinbarung kann weitere Auflagen über die Bewirtschaftung enthalten.
Förderung seltener Arten
Für die Förderung von Arten und Biotoptypen mit einem besonders hohen kantonalen Naturschutzwert kann ein zusätzlicher Beitrag ausgerichtet werden.
Beitragsempfänger
Die Beiträge werden der Bewirtschafterin oder dem Bewirtschafter ausgerichtet.
Die Bewirtschafterin oder der Bewirtschafter setzt sich vor Vertragsabschluss mit der Eigentümerin oder dem Eigentümer über die beitragsauslösende Bewirtschaftung ins Einvernehmen.
Vertragsauflösung, Beitragsrückerstattung
Bei rechts- oder vereinbarungswidriger Bewirtschaftung kann das Amt für Landschaft und Natur den Vertrag vorzeitig auflösen.
Hat die mangelhafte Bewirtschaftung keine negative Dauerwirkungen, können die Beiträge für das entsprechende Beitragsjahr verweigert und jene des vergangenen Jahres zurückgefordert werden.
Hat die mangelhafte Bewirtschaftung negative Dauerwirkungen oder löst der Bewirtschafter oder die Bewirtschafterin den Vertrag aus eigenem Verschulden vorzeitig auf, werden zusätzlich zum Beitragsausschluss für das entsprechende Beitragsjahr die bereits ausgerichteten Beiträge für höchstens drei Jahre zurückgefordert.
IV. Schlussbestimmungen
Aufhebung bisherigen Rechts
Es werden aufgehoben:
a.Die Verordnung über die Bewirtschaftung für Magerwiesen und Hecken vom 14. März 1990.
b.Der Beschluss des Regierungsrates über Beiträge für Naturschutzgebiete und Obstgärten vom 14. März 1990.
[2] SR 910. 13.
[3] SR 910. 14.
[4] Fassung gemäss RRB vom 19. Juli 2006 (OS 61, 314; ABl 2006, 1062). In Kraft seit 15. Mai 2006.
[5] Fassung gemäss RRB vom 17. September 2008 (OS 63, 531; ABl 2008, 1566). In Kraft seit 1. Oktober 2008.
[6] Aufgehoben durch RRB vom 17. September 2008 (OS 63, 531; ABl 2008, 1566). In Kraft seit 1. Oktober 2008.