Normalien über die Anforderungen an Zugänge (Zugangsnormalien)
(vom 9. Dezember 1987)[1]
I. Begriff
Zugänge
Zugänge sind Verbindungen von Grundstücken und darauf bestehenden oder vorgesehenen Bauten und Anlagen mit dem hinreichend ausgebauten Strassennetz der Groberschliessung; nicht unter diesen Begriff fallen die vom Zugang zur Haustüre führenden Eingänge.
II. Grundanforderungen und Zugangsarten
1. Grundsätzliches
Allgemein
Zugänge haben die Bestimmungen des Planungs- und Baugesetzes (PBG[2]), wie diejenigen über die Verkehrssicherheit und die Gestaltung, zu erfüllen und überdies die nachstehenden Anforderungen zu beachten; die Bedürfnisse von Behinderten und Gebrechlichen sowie der Unterhaltsdienste sind gebührend zu berücksichtigen.
Notzufahrt
Jeder Zugang ist mindestens als Notzufahrt auszugestalten, die den Notfalleinsatz öffentlicher Dienste jederzeit gewährleistet.
Die Notzufahrt besteht in einem Zufahrtsweg oder einer entsprechend ausgestalteten tragfähigen Fahrspur.
Erreichbarkeit
Zugänge sind so nahe an die zu erschliessenden Grundstücke bzw. Bauten und Anlagen heranzuführen, dass ein wirksamer Einsatz der öffentlichen Dienste möglich ist.
Auf eine Notzufahrt kann verzichtet werden, soweit der Notfalleinsatz der öffentlichen Dienste anderweitig gewährleistet ist.
2. Zugangsarten
Grundformen
Es wird zwischen folgenden Zugangsarten unterschieden:
a.Zufahrtsweg,
b.Zufahrtsstrasse,
c.Erschliessungsstrasse,
d.nutzungsorientierte Sammelstrasse.
Die technischen Anforderungen sind im Anhang zu diesen Normalien geregelt.
Verkehrspolizeilichen Massnahmen ist Rechnung zu tragen.
Festlegung
Die Festlegung der Zugangsart erfolgt nach dem voraussichtlichen Verkehrsaufkommen aufgrund der Nutzung mit Wohneinheiten gemäss den Anwendungsbereichen im Anhang. Die Auswirkungen von anderen Nutzungen werden in Wohneinheiten umgerechnet.
In dichter Bebauung und bei guter Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln können die Grenzwerte für die Anwendungsbereiche bis zu den angegebenen Wohneinheiten erhöht werden.
III. Sonderfälle
1. Festlegung der Anforderungen im Einzelfall
Funktionelle Unterteilung
Wird der zulässige Anwendungsbereich einer Zugangsart in einem funktionellen Teil überschritten, ist in diesem Abschnitt die nächste, leistungsfähigere Zugangsart zu wählen, es sei denn, es könne der Nachweis erbracht werden, dass aufgrund der besonderen örtlichen Gegebenheiten die Wahl der leistungsschwächeren Art zu keiner Verschlechterung führen wird.
Solche Sonderlösungen sind im baurechtlichen Entscheid zu begründen.
Einbahnsysteme
Wird in begründeten Fällen die Betriebsform des Einbahnsystems gewählt, werden die Ausbaugrössen besonders festgelegt.
Ergänzende Anlagen
Erfordert die geordnete Verkehrsabwicklung, in Ergänzung zu den Anforderungen gemäss Anhang, die Anordnung von Ausweichstellen, werden deren Lage und Gestaltung je nach der Länge des Zugangs, dem zu erwartenden Verkehr und den örtlichen Verhältnissen festgelegt.
Grosses Verkehrsaufkommen
Für Bauten und Anlagen mit grossem Verkehrsaufkommen, wie grosse Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe, Industrieanlagen und Grossparkanlagen, werden die Anforderungen an die Zugänglichkeit im Einzelfall festgelegt.
2. Geringere Anforderungen[3]
Wenn aufgrund der Verhältnisse des Einzelfalls wichtige Gründe bestehen, können unter Vorbehalt der Notzufahrt sowie der Verkehrssicherheit geringere Anforderungen gestellt werden, insbesondere:
a.bei steilen Hanglagen,
b.im Interesse von Objekten des Natur- und Heimatschutzes,
c.bei landwirtschaftlichen Heimwesen,
d.bei gemeinschaftlichen Parkierungslösungen,
e.bei separat geführter Rad- oder Fusswegerschliessung,
f.bei einer Siedlungsentwicklung nach innen in bereits überwiegend überbautem Siedlungsgebiet,
g.bei Fussgängerzonen, Begegnungszonen sowie Tempo-30-Zonen.
3. Verkehrsberuhigung
Voraussetzungen und Gestaltung
Zugänge können in der Weise erstellt werden, dass Verkehrsführung und bauliche Gestaltung die Fahrzeuglenker zu zurückhaltender Fahrweise zwingen.
Das Strassenverkehrsrecht, die Anforderungen an die Notzufahrt und die Festlegungen über die Trennung des Fussgänger- und Fahrverkehrs bleiben vorbehalten.
IV. Unterirdische oder überdeckte Anlage des Zugangs
Anforderungen
Wird der Zugang unterirdisch geführt oder überdeckt, sind eine ausreichende Belichtung und Belüftung sowie die Zugänglichkeit für die öffentlichen Dienste zu gewährleisten.
Fussgänger- und Fahrverkehr sind zu trennen.
V. Inkrafttreten
Lichte Höhe
Quer
B F
0,3 b
B F
0.3 b
– Im Einmündun – Bei örtlicher Einen La s twa g en (Feuerwehr) und – An s telle v on Banketten – Tra g fähi g keit bei Notzufahrt minde
B FW/RW/R
0,3
BTS FW/RW/R++)
Diese Normalien treten am 1. Januar 1988 in Kraft.
A nhan g : Techni s che A nforderun g en Zu g an gs arten A nwendun gsA u s bau g rö bereiche
vg
l.§ 6)
| Nutzun g WE | R min. m’ | LH min. m’ |
|---|---|---|
| Zufahrt s we gbi s 10 (30*)) ) G ss G tra 237 PB s en ( 123 ff. PB § Quartier e ( §§ g än g Zu | 5,00 (10,00 +) | 4,50 |
| Zufahrt s - s tra ss ebi s 30 (60*) | 10,00 | 4,50 |
| bi s 150 (300*) | 10,00 | 4,50 |
| Er s chlie ss un gs - s tra ss ebi s 300 (600*) | 15,00 | 4,50 |
| nutzun gs orient. S ammel s tra ss ebi s 600 (1000*) | 20,00 | 4,50 |
| v erkehr s orient. S ammel s tra ss e |
* in dichter Bebauun g, s ofern mit öffentlichen Verkehr s mitteln g
Erreichbarkeit:
1.G ebäudehöhe kleiner al s 13 m, ohne Bauten mit s tarker Per s onenbele g un g : Ab g ewickelte Di s tanz v om Zu g an g bi s G ebäudeein g an g = max. 80 m
2.G ebäudehöhe g rö ss er al s 13 m, s ämtliche Bauten mit s tarker Per s onenbele g An s talten, S chulhäu s er, Warenhäu s er): Ab g ewickelte Di s tanz v om Zu g an g bi s G ebäudeein g an g = max. 40 m S ofern kein S icherheit s treppenhau s v orhanden i s t, mu ss eine g e s amte Län gs v om Zu g an g au s für fahrbare Rettun gsg eräte erreichbar s ein; Ab s tand v on der Fa ss ade: max. = 14,0 m, min. = 7,0 m
| en änzendeAnla g g Er | Fu ss we g | 2,50 |
| Radwe g10,00 | 2,50 | |
| Rad- und G ehwe g10,00 | 2,50 |
| Abkürzun g en: |
| PB G = Planun gs - und Bau g e s etzLH = Lichte Höhe |
| WE = Wohneinheiten bzw. um g erechneteB = Bankett |
| bau g rö ss en s chnitt | Ma ssg ebender Be g e g nun gs -fall | Bemerkun g en |
|---|---|---|
| B (F GS ) 0,3 (1,0) | PW / RF | – in s peziellen Fällen e v tl. v erbreiterte s Bankett al s Fu ssg än g er s chutz s treifen oder Trottoir – bei S tich s tra ss en i s t Kehrmö g lichkeit not - wendi g (e v tl. durch rechtliche S icherun g auf Pri v at g rund) |
| PW / PW | ||
| T 2,0–2,5 | LW / PW | –e v tl. Trottoir beid s eiti g –e v tl. Trenn s treifen, Breite nach örtlichen Verhältni ss en, G rün s treifen minde s ten s 1,5 m – bei S tich s tra ss en i s t Kehrplatz notwendi g |
| LW / PW | ||
| LW / LW | ||
| +) s ofern Notzufahrt für Feuerwehr |
emeine Bemerkun g en:
| FW/RW/R G B | F G / R S R S / R S | – bei örtl. Einen g un g b min.1,50 m’ |
|---|---|---|
| b 0,3 FW/RW/R G B b 0,3 | RF / RF | – bei örtl. Einen g un g b min. 2,00 m’ – bei Einbahn v erkehr b = 2,0–2,5 m’ |
| – bei örtl. Einen g un g b min. 2,50 m’ – bei Einbahn v erkehr b = 2,5–3,0 m’ ++) Breite nach örtlichen Verhältni ss en, G rün s treifen min. 1,5 m |
| treifen | F G =Fu ssg än g er |
| Breite der Fahrbahn | R S = Roll s tuhlfahrer (Kinderwa g en) |