Finanzverordnung zum Volksschulgesetz

(vom 11. Juli 2007)[1]

Der Regierungsrat beschliesst:

A. Allgemeine Bestimmungen

Gegenstand und Geltungsbereich

§ 1.

Diese Verordnung regelt den Vollzug der Bestimmungen des Volksschulgesetzes vom 7. Februar 2005 (VSG)[2] über die Finanzen und von § 72 VSG[2], mit Ausnahme der Bestimmungen über die Musikschulen und die Sonderschulung.

B. Löhne der Lehrpersonen

Rechnungstellung

§ 4.

Die Bildungsdirektion stellt den Gemeinden monatlich Rechnung für deren Anteil an den Löhnen und den übrigen in § 61 Abs. 1 VSG[2] genannten Kosten für die Schulleitungen und die Lehrpersonen einschliesslich der Vikarinnen und Vikare.

Lohnadministration

§ 5.

1

Die Gemeinden leisten für die Kosten der Lohnadministration pauschal Fr. 204 pro Jahr für jede Lehrperson und jede Schulleiterin oder jeden Schulleiter. Ist eine Person in mehreren Funktionen oder in mehreren Gemeinden angestellt, ist die Pauschale für jede Tätigkeit separat zu leisten.[6]

2

Für Vikarinnen und Vikare ist die Pauschale nicht zu leisten, wenn sie eine Stellvertretung innehaben.

3

Die Bildungsdirektion stellt den Gemeinden die Pauschale monatlich anteilmässig in Rechnung. Bei einem Ein- oder Austritt während des Monats ist der gesamte monatliche Anteil geschuldet.

Kostenanteile für kommunal angestellte Lehrpersonen

§ 6.

1

Kostenanteile an die Löhne von Lehrpersonen, die nach kommunalem Recht angestellt sind, leistet der Kanton nur, soweit diese Lehrpersonen Stellen gemäss Stellenplan besetzen.

2

Anrechenbar sind die tatsächlichen Lohnkosten, jedoch höchstens bis zu demjenigen Lohn, der ausgerichtet würde, wenn die Lehrperson dem Lehrpersonalgesetz[4] unterstehen würde.[7] §§ 7–13.8

D. Weitere Leistungen

Kostenanteile an Jahreskurse

§ 14.[7]

Führt eine Gemeinde Jahreskurse gemäss § 8 VSG[2], leistet der Kanton Kostenanteile an

a.den Personalaufwand für Lehrpersonen mit einem festen Pensum, soweit er den Grundlohn der Lehrpersonen auf der Sekundarstufe nicht übersteigt,

b.die zusätzlichen Ausgaben für Fachunterricht, soweit sie pro Jahresstunde 128 der Stufe I des Grundlohnes der Lehrpersonen auf der Sekundarstufe nicht übersteigen.

Kostenanteil für das Fach Religion und Kultur

§ 14 a.[5]

1

Der Kanton richtet den Kostenanteil für das Fach Religion und Kultur jeweils am Ende des Kalenderjahres aus.

2

Bei der Berechnung des Kostenanteils werden die Klassenzahl des laufenden Schuljahres zu 38 und die Klassenzahl des vorangehenden Schuljahres zu 58 berücksichtigt. Stichtag für die Bestimmung der Klassenzahlen ist der 15. September.

Zusätzliche Angebote

§ 15.

1

Für zusätzliche Angebote gemäss § 25 VSG[2] leistet der Kanton jährlich folgende pauschale Kostenanteile:

a.Fr. 10 000 für jede Schule mit einem Anteil Fremdsprachiger von mindestens 40% und

b.Fr. 1800 für jede Klasse in Schulen mit einem Anteil Fremdsprachiger von 40 bis 60% oder Fr. 2400 für jede Klasse in Schulen mit einem Anteil Fremdsprachiger von mehr als 60%.

2

Die Kostenanteile sind ausschliesslich für Angebote gemäss § 20 der Volksschulverordnung[3] zu verwenden.

3

Sind die Voraussetzungen für die Beitragsberechtigung erfüllt, werden die Kostenanteile für zwei Schuljahre ausgerichtet.

Schülerinnen und Schüler aus Durchgangszentren für Asylsuchende

§ 16.

1

Der Kanton trägt die Kosten für den Lohn, die berufliche Vorsorge und die Versicherung von Lehrpersonen, die von der Bildungsdirektion bewilligte Aufnahmeklassen für Schülerinnen und Schüler aus Durchgangszentren für Asylsuchende unterrichten.

2

Der Kanton leistet überdies jährlich pauschale Kostenanteile von Fr. 360 pro Schülerin oder Schüler.

3

Besuchen Schülerinnen oder Schüler aus Durchgangszentren die Volksschule, leistet der Kanton jährlich pauschale Kostenanteile von Fr. 3300 auf der Kindergartenstufe und Fr. 5700 auf den übrigen Stufen.

4

Treten Schülerinnen oder Schüler während eines Schuljahres ein oder aus, leistet der Kanton die Kostenanteile anteilmässig.

Leistungen im Einzelfall

§ 17.

Der Regierungsrat legt im Einzelfall fest:

a.die beitragsberechtigten Kosten für besondere Schulen (§ 14 VSG ),

b.[7] die beitragsberechtigten Kosten für befristete Tätigkeiten (§ 62 Abs. 1 lit. b VSG ),

c.die Beiträge an besondere Schulungsangebote (§ 62 Abs. 3 Satz 2 VSG ),

d.die Beiträge an besondere Privatschulen (§ 72 VSG ).

E. Mitteleinsatz der Gemeinden und Drittmittel

Mitteleinsatz durch die Gemeinden

§ 18.

1

Ist der Mitteleinsatz einer Gemeinde unzulässig, setzt ihr der Regierungsrat eine angemessene Frist zur Behebung des Mangels an.

2

Müssen die für die Volksschule einzusetzenden Mittel erhöht werden, sind bei der Bemessung der Frist die Finanzlage der Gemeinde und das Mass der vorzunehmenden Erhöhung zu berücksichtigen.

Drittmittel

§ 19.

1

Finanzielle Unterstützungen durch Dritte dürfen zweckgebunden sein. Weitere Bedingungen sind unzulässig. Dritte dürfen in der Schule nicht unangemessen für sich oder das von ihnen betriebene Geschäft werben.

2

Zuwendungen von Dritten, deren Produkte mit den Zielen der Volksschule nicht vereinbar sind, oder deren Namen von der Allgemeinheit mit solchen Produkten in Verbindung gebracht werden, sind unzulässig.

3

Zuwendungen im Betrag von mehr als 5% der Jahresausgaben einer Gemeinde oder von mehr als Fr. 100 000 sind der Bildungsdirektion zu melden. In Teilbeträgen ausgerichtete Zuwendungen sind zusammenzuzählen. Die Bildungsdirektion kann Auflagen machen oder die Annahme der Zuwendung untersagen.

F. Verfahren

Beitragsgesuche

§ 20.[7]

1

Beitragsgesuche sind jeweils bis zum 31. Mai bei der Bildungsdirektion einzureichen.

2

Staatsbeiträge werden gekürzt oder verweigert, wenn das Beitragsgesuch nicht rechtzeitig eingegangen ist.

3

Die Berechnung der Staatsbeiträge richtet sich nach dem im Zeitpunkt der Zusicherung geltenden Recht.

Mindestbeiträge

§ 21.[7]

Staatsbeiträge, die im Einzelfall Fr. 1000 unterschreiten, werden nicht ausgerichtet.

G. Schlussbestimmungen

Staatsbeiträge im Jahr 2008

§ 22.

Die im Jahr 2008 fälligen Staatsbeiträge für Leistungen der Gemeinden im Vorjahr werden nicht individuell abgerechnet, sondern durch den im Jahre 2008 erhöhten Staatsanteil an den Löhnen abgegolten.

Inkrafttreten

§ 23.

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2008 in Kraft.

Hinweis zu Anhängen

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Anhänge

Anhänge 1 und 2[8]


[1] OS 62, 315; Begründung siehe ABl 2007, 1423.

[2] LS 412. 100.

[3] LS 412. 101.

[4] LS 412. 31.

[5] Eingefügt durch RRB vom 13. August 2008 (OS 63, 478; ABl 2008, 1417). In Kraft seit 16. August 2008.

[6] Fassung gemäss RRB vom 16. Februar 2011 (OS 66, 358; ABl 2011, 731). In Kraft seit 1. August 2011.

[7] Fassung gemäss RRB vom 5. Oktober 2011 (OS 66, 896; ABl 2011, 2886). In Kraft seit 1. Januar 2012.

[8] Aufgehoben durch RRB vom 5. Oktober 2011 (OS 66, 896; ABl 2011, 2886). In Kraft seit 1. Januar 2012.

412.105 – Versionen

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