Verordnung über Schulversuche an der Volksschule
(vom 11. Juli 2007)[1]
Der Regierungsrat beschliesst:
Anordnung
Der Regierungsrat legt bei der Anordnung eines Schulversuchs insbesondere fest:
a.die Abweichungen von der ordentlichen Gesetzgebung,
b.die Befristung,
c.den Anteil des Kantons an den Versuchskosten.
Der Bildungsrat nimmt zuhanden des Regierungsrates Stellung zu den Schulversuchen.
Befristung
Ein Schulversuch dauert längstens sechs Jahre.
Der Regierungsrat kann Verlängerungen anordnen.
Teilnahme
Wegen der Durchführung eines Schulversuchs werden keine Änderungen der Zuteilung von Schülerinnen oder Schülern zu einer Schule oder Klasse vorgenommen.
Die Versuchsgemeinden können auf begründetes Gesuch hin Ausnahmen bewilligen.
Versuchsleitung
a. Ernennung
Die Bildungsdirektion ernennt für die Dauer eines Schulversuchs eine Versuchsleitung.
b. Allgemeine Aufgaben
Die Versuchsleitung ist für die Planung, Durchführung und Auswertung des Schulversuchs verantwortlich.
Sie erstattet der Begleitkommission jährlich Bericht über den Verlauf des Schulversuchs.
Sie kann zur Erfüllung dieser Aufgaben Fachpersonen beiziehen.
c. Auswahl der Versuchsgemeinden
Die Bildungsdirektion bestimmt auf Antrag der Versuchsleitung die Versuchsgemeinden und die Versuchseinheiten.
Es besteht kein Anspruch auf Teilnahme am Schulversuch.
Begleitkommission
a. Wahl und Organisation
Der Bildungsrat wählt für die Dauer eines Schulversuchs eine Begleitkommission. Er achtet auf eine angemessene Vertretung der verschiedenen Interessengruppen.
Ein Mitglied des Bildungsrates führt den Vorsitz.
Der Bildungsrat bestimmt die Geschäftsstelle.
b. Aufgaben
Die Begleitkommission
a.berät den Bildungsrat insbesondere in fachlicher Hinsicht,
b.nimmt zuhanden des Bildungsrates Stellung zu den Berichten der Versuchsleitung,
c.erstattet Bildungsrat und Bildungsdirektion regelmässig Bericht über den Verlauf des Schulversuchs.
Schlussbericht
Die Versuchsleitung erstellt nach Abschluss des Schulversuchs einen Schlussbericht. Die Bildungsdirektion veröffentlicht dessen Ergebnisse.
Drittmittel
Die finanzielle Unterstützung von Schulversuchen durch Dritte darf nicht mit Bedingungen verbunden werden. Dritte dürfen in der Schule nicht unangemessen für sich oder das von ihnen betriebene Geschäft werben.
Zuwendungen von Dritten, deren Produkte mit den Zielen der Volksschule nicht vereinbar sind, oder deren Namen von der Allgemeinheit mit solchen Produkten in Verbindung gebracht werden, sind unzulässig.
Versuche an nichtstaatlichen Schulen
Der Kanton kann Versuche an nichtstaatlichen Schulen finanziell und fachlich unterstützen, sofern sie für das öffentliche Bildungswesen von Interesse sind.
Die Bildungsdirektion schliesst mit der Trägerschaft der nichtstaatlichen Schule eine Vereinbarung ab.
[1] OS 62, 245; Begründung siehe ABl 2007, 1329.